Wenn die Stimmung nicht mehr stabil ist
Sie sitzen nachmittags im Büro, eigentlich läuft alles normal, aber plötzlich liegt da diese schwere, graue Stimmung über allem, ohne dass Sie sagen könnten warum.
Morgens wachen Sie auf und spüren schon beim ersten Gedanken an den Tag eine unterschwellige Gereiztheit, die Sie durch den ganzen Vormittag begleitet.
Nach Feierabend fühlen Sie sich emotional völlig ausgelaugt, obwohl Sie eigentlich genug geschlafen haben und der Tag gar nicht außergewöhnlich stressig war.
Serotonin: Der Botenstoff zwischen Kopf und Darm
Serotonin ist ein lebenswichtiger Botenstoff, der mitbestimmt, wie ruhig, ausgeglichen oder angespannt wir uns fühlen. Oft wird er vereinfacht als „Glückshormon" bezeichnet.
Was viele nicht wissen: Über 90 % des Serotonins entsteht tatsächlich im Darm. Dieses Serotonin bleibt jedoch größtenteils im Körper und kann nicht direkt ins Gehirn gelangen, da es die sogenannte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann.
Das Gehirn muss sein eigenes Serotonin selbst herstellen. Dafür braucht es einen Baustein aus der Nahrung, der Tryptophan heißt. Und genau hier kommt auch der Darm ins Spiel.
Der Darm entscheidet mit, wie gut dieses Tryptophan aus der Nahrung aufgenommen und weiterverarbeitet wird. Tryptophan wird im Dünndarm über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen und gelangt von dort weiter in Richtung Gehirn. Dort wird es unter anderem zu Serotonin umgewandelt.
Bestimmte Darmbakterien helfen dabei, diesen Stoff aus der Nahrung zu lösen und für den Körper überhaupt verfügbar zu machen. Über die Verbindung zwischen Darm und Gehirn, die Darm-Hirn-Achse, werden zusätzlich Signale weitergegeben, die beeinflussen, wie gut dieser Prozess funktioniert und wie viel letztlich im Gehirn ankommt.
Wenn diese Bakterien nicht in ausreichender Menge vorhanden sind oder nicht richtig arbeiten, oder wenn die Darmschleimhaut des Dünndarms geschwächt ist, kann dieser Prozess gestört sein.
Dann kommt im Gehirn unter Umständen weniger von dem an, was für die Serotoninbildung benötigt wird. Das kann dazu führen, dass sich die emotionale Balance verschiebt, zum Beispiel in Form von Stimmungsschwankungen, innerer Unruhe oder erhöhter Stressanfälligkeit.
Psychobiotika: Warum die Forschung den Darm neu bewertet
In diesem Zusammenhang ist ein Begriff entstanden, der aktuell viel diskutiert wird: Psychobiotika.
Gemeint ist damit kein einzelner Wirkstoff, sondern ein Forschungsansatz. Untersucht wird, wie bestimmte Bakterien im Darm die Kommunikation mit dem Nervensystem beeinflussen können. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich durch eine gezielte Unterstützung des Mikrobioms auch die Stressverarbeitung und emotionale Stabilität positiv beeinflussen lassen.
Wichtig ist dabei eine klare Einordnung: Es geht nicht darum, Gefühle direkt zu verändern oder schnelle Effekte zu versprechen. Vielmehr geht es um die Grundlage, auf der emotionale Prozesse entstehen.
Erste Studien aus der Ernährungspsychiatrie zeigen, dass die Darm-Hirn-Achse und das Mikrobiom eine Rolle bei Stressverarbeitung und emotionaler Stabilität spielen können, jedoch vor allem im Rahmen unterstützender Ansätze betrachtet werden.¹
Dann nehme ich einfach Probiotika … oder?
Viele Menschen greifen in diesem Zusammenhang zu Probiotika. Das erscheint zunächst logisch. Wenn Darmbakterien eine Rolle für die Stimmung spielen, warum sollte man sie nicht einfach zuführen?
Tatsächlich nehmen immer mehr Menschen Probiotika ein, in der Hoffnung, ihren Darm zu unterstützen und damit indirekt auch ihre Serotoninproduktion zu beeinflussen. So einfach ist es jedoch nicht.
Denn der Begriff „Probiotikum" wird oft missverstanden. Viele meinen damit eine umfassende Unterstützung des Darms. Tatsächlich handelt es sich bei Probiotika zunächst nur um zugeführte Bakterienstämme. Unter bestimmten medizinischen Umständen kann das sinnvoll sein. Doch alleine reichen sie in vielen Fällen nicht aus.
Der Grund: Der Darm funktioniert als System. Wenn probiotische Bakterien in einen Darm gelangen, der nicht vorbereitet ist, entsteht häufig nur ein kurzfristiger Effekt. Man kann sich das wie eine Art einmalige „Überschwemmung" mit neuen Bakterien vorstellen. Der Körper kann diese oft gar nicht richtig nutzen, weil die Bedingungen dafür nicht stimmen und er sie in der Menge auch nicht ohne weiteres aufnehmen kann.
Damit probiotische Kulturen überhaupt wirken können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
- Eine passende Nährbasis: Bestimmte Ballaststoffe dienen als Nahrung für diese Bakterien und helfen ihnen, aktiv zu werden und sich zu vermehren.
- Bioidentische Bakterienstämme: Sie entsprechen in Struktur und Funktion den Bakterien, die natürlicherweise im Darm vorkommen, nur dann können sie sich sinnvoll ins bestehende System einfügen.
- Postbiotische Bestandteile: Stoffwechselprodukte bestimmter Bakterien, die unabhängig von einer Besiedlung wirken und als Signalmoleküle zwischen Mikrobiom und Darmumgebung fungieren.
- Eine intakte Darmschleimhaut: Sie ist die entscheidende Schnittstelle. Ist sie gereizt oder geschwächt, kann die Aufnahme und Weiterleitung von Nährstoffen wie Tryptophan beeinträchtigt sein.
Erst wenn diese Grundlagen stimmen, kann sich das Mikrobiom stabilisieren und langfristig Einfluss auf Prozesse wie die Serotoninbildung nehmen.
Der systemische Ansatz: Vorbereitung, Aufbau und langfristige Stabilisierung ohne Überreizung
Genau an diesem Punkt setzen moderne, systemische Konzepte an.
Ein Beispiel dafür ist Omniflora® Complete. Entwickelt von Ärzten in enger Zusammenarbeit mit Pharmazeuten und führenden deutschen Laboren, wird der Darm hier nicht nur mit einzelnen Bakterien versorgt, sondern in klaren Phasen aufgebaut.
- 1 Prä-Phase: Vorbereitung des DarmsZuerst wird die Grundlage geschaffen. Eine gezielte Nährbasis aus Ballaststoffen, zum Beispiel OptiXOS®, dient als „Futter" für nützliche Bakterien. Gleichzeitig werden bereits vorhandene, aber inaktive oder geschwächte Bakterien wieder aktiviert.
- 2 Pro-Phase: Aufbau der BakterienvielfaltAnschließend werden probiotische Kulturen zugeführt. Omniflora® Complete enthält 101 bioidentische Bakterienstämme mit insgesamt 100 Milliarden Kulturen, ergänzt um den ausgewählten Hefestamm Saccharomyces boulardii, der das Darmmilieu ergänzt.
- 3 Post-Phase: Stabilisierung des SystemsErgänzend wirkt ein gezielt eingesetzter postbiotischer Bestandteil, unter anderem im Zusammenhang mit Lactobacillus rhamnosus. Er unterstützt das Darmmilieu unabhängig von lebenden Kulturen und hilft, das Gleichgewicht langfristig zu stabilisieren.
- 4 Darmschleimhaut-Pflege: Die entscheidende SchnittstelleL-Glutamin versorgt die Zellen der Darmschleimhaut mit Energie und unterstützt deren Erhalt. Biotin trägt zur normalen Funktion der Darmschleimhaut bei und stärkt die Barriereeigenschaften.¹
Eine stabile Darmschleimhaut ist wichtig für ein ausgewogenes Darmmilieu und die zuverlässige Aufnahme verschiedener Nährstoffe, die an zentralen Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Wichtig ist dabei auch die Qualität: Jede Charge wird streng laborgeprüft, um eine gleichbleibende Zusammensetzung und Stabilität sicherzustellen.

